Wort

Montag, 23. März 2009

Wolves At The Gate - 3 & 4 / Buffy Season 8

Drew Goddards Abschluss seiner Tokyo-Arc ist, man muss es so sagen, ein Meisterwerk. Die Story ist relativ schnell erzählt. Die japanische Goth-Vamp-Gang fasst den Plan den Slayer-Spell zu widerrufen, wofür sie von Buffy die Scythe gestohlen haben. Die macht sich mit ihrer Truppe (+ Dracula) auf den Weg, um zurückzuholen was ihr gehört. Wie sich das alles nun ausspielt, vor allem auf der formalen Ebene, da fängt das große Kino an.



Nicht das Season Eight bislang kompliziert oder unverständlich erzählt worden wäre, aber wie hier alles klar und verständlich ineinander greift, das ist noch einmal eine Klasse besser, als das bisher gezeigte.
Alleine der Beginn von Part 3, als Buffy den toten Slayer abhängt, Verzweiflung und nicht weiter wissen hinter der Fassade der Generalin hervortreten, nur um dann Dracula zu einem comic relief Auftritt zu verhelfen, schließt an die besten Teaser der TV-Serie an.

Zu einem Triumph wird WATG auch dank seiner Durchmischung des Tragischen wie des Komischen (eh Buffy Trademark). Was in den wenigen Seiten passiert, wie oft man sich als Leser zwischen Oh Gott? und Oh Gott! Momenten verliert, hier wird ein Tempo vorgegeben (und bleibt trotzdem nachvollziehbar und verständlich) das einen komplett in diese Welt einsaugt.



Buffy als General, der über (Vampir)Leichen geht (nicht dass sie mit den Untoten früher groß Mitleid hatte), Dawn die als Riese Tokyo zertrampeln darf um sich dann mit Mecha-Dawn ein hartes Match zu liefern (bei dem Andrew als Ratgeber natürlich die Rolle seines Lebens zukommt), die Romanze zwischen Xander und Renee, die sogleich ihr bitteres Ende findet.

In diesem Ende, auf der einen Seite wo wir aus Renees Augen erleben wie das mit dem Sterben so sein wird, zeigt sich die Stärke eines Comics. Im TV wäre dieser Blick so nur schwer möglich gewesen, da schauen wir nur zu, hier sehen wir selbst. Und leiden.



Für Xander ein einschneidender Moment, am Ende des Heftes steht er seinen Mann gegenüber Dracula, welcher ihm tatsächlich ein Freund war und die Möglichkeit geschenkt hat Rache zu nehmen an dem Killer von Renee, aber no more butt-monkey! Der Weg den Xander beschreiten wird, könnte ein sehr dunkler werden.

Auch erfahren wir dass Willows Trip in den Monaten vor S8 nicht ganz so harmlos war, wie sie alle vermuten lässt. Die Hexe der Goth-Gang hatte die gleiche Lehrerin wie Willow, Saga Vasuki, eine Göttin in Schlangenform (mit der Willow ja Sex hatte, durften wir in Anywhere But Here erfahren. Bzw auch Allan Moore betet zu einer Schlangengöttin, um auf die nächste Moore Anspielung hinzuweisen), die ihr eine Vision eines brennenden New Yorks inklusive der Scythe zeigt.



Interessant noch, dass der Slayer Reversal Spell mit den Worten „Makurayami inter canem et lupum“ eingeleitet wird, bedeutet soviel wie „zwischen Hund und Wolf“, bzw die Zeit der Abenddämmerung (Twilight). Denkt hier noch jemand an einen Werwolf?

Zu Ende geht es wieder sehr filmisch, mit der Überschneidung mehrerer Szenen, die mir fast die Tränen in die Augen kommen lassen. Dracula, der seine Zauberkräfte aufgegeben hat, darf auf dem Weg zurück das herzergreifende Voice Over liefern. Willow in Verbund mit Saga Vasuki. Buffy mit Satsu im Bett, nachdem zuvor das klärende Gespräch über die Unmöglichkeit einer Zukunft für die Beiden stattgefunden hat.
Und Xander, alleine, der die Asche verstreut. Und ich krieg den Gedanken nicht los, dass sein T-Shirt ein wenig nach dem Zeichen aussieht, dass sich Twilights Männer in die Oberkörper eingeritzt haben.

Slayer Count: 5 tot.

Preview für Buffy Season 8 #14 - Wolves At The Gate Part 3

Dienstag, 3. März 2009

The Beginning Of The Superman



Ikone, Übermensch, Superman! 1938 ging es mit der ersten Ausgabe der Action Comics los, und was folgte ist Geschichte. Wissbegierig wie wir sind, galt es natürlich diese mal aufzuarbeiten, und zwar von hinten. Was nach rund 60 Ausgaben Action Comics und Superman zu sagen bleibt: die Freude ist enden wollend.



Die Superman Comics zeichnen sich durch recht simple, sich wiederholende Storys aus. Die Bild-Text Komposition ist wenig überraschend noch keine ausgefeilte



Amüsant können sie natürlich trotzdem sein. Angefangen bei den lustigen Kinderkrankheiten des Universums (der flugunfähige Superman, Luthors erster Auftritt als was auch immer), den recht schrillen Ideen (Transgender als das Böse, Hypnose als die ultimative Waffe, der Kampf gegen soziale Ungerechtigkeiten) bis hin zu dem recht vielsagenden immerwährendem Kampf Kraft gegen Verstand.



So etwas wie moralische Konflikte (die, so glaube ich gehört zu haben, ja dann doch keine unerhebliche Rolle spielen in den jüngeren Comics) gab es für Superman damals auch noch nicht, da er noch mehr Nazi war als dann in späteren Jahren. Das bringt natürlich jede Menge komischer Momente, wenn Superman zB den rücksichtslosen Autofahrern den Krieg erklärt und seine Maßnahmen (Verschrottung, Schocktherapie,…) rücksichtslos durchführt. Rücksichtslos trifft es sowieso ganz gut. Gibt es Probleme im Ghetto muss man einfach das Ghetto platt walzen. Architekten und italienische Futuristen jubeln auf.



Auch wenn Action Comics #1 und 2 noch strikt in der Tradition der einer starken isolationistischen Haltung der USA geschrieben wurden, sah es in der Realität dann ja bald anders aus, und der 2. Weltkrieg machte auch nicht vor den Comics halt. Aber, oh Schreck, alles fiktiv. Kein Kampf Superman gegen Hitler. Dabei wären das doch die vorprogrammierten Highlights gewesen.



Gelobt werden müssen aber unbedingt die teils fantastischen Cover der Hefte. Die steigen in die Vollen und präsentieren einen Superman wie man ihn sich damals wohl nur wünschen konnte. Große Kunst. Inklusive Nazi-Dresche.

Freitag, 6. Februar 2009

Wolves At The Gate - Part 1 & 2

Wolves At The Gate also. Wohl die Arc, die bisher am meisten Aufregung verursacht hat bei Buffy’s Seasons Eight. Und das nicht weil Drew Goddard, der sich für diese Arc verantwortlich zeigt, seit seiner Zeit bei Buffy zu einem Hollywood Player (Cloverfield, und in der Zukunft das Joss Whedon Projekt Cabin In The Woods) aufgestiegen ist, es geht um Sex. Buffy und Satsu. In Anywhere But Here gab es noch das schwere Gespräch, von Buffy mit Satsu, warum das nicht klappen kann. Mit Satsus Crush, der ja gar kein Crush ist, sondern echte Liebe. Und überhaupt mit Buffy. Weil a) nicht lesbisch b) geht immer alles „horribly wrong“ mit Buffy.



Aber nichts da, die beiden landen im Bett, und wir steigen ein. Gleich nach dem, wohl schweißtreibenden, Akt. Laut waren da die Rufe der Fangemeinde, von wegen Out Of Character und Publicity Stunt. Aber die Verteidiger standen bei Fuß, und sie stehen richtig, wenn sie auf Buffys Alter verweisen (wie alt ist sie nochmals, 23 Jahre jung?) und auf ihre, naja, besonderen Wohnungsumstände (gemeinsam mit hunderten Slayern in einem schottischen Schloß lebend). Dinge passieren. Wer will schon alleine sein, fragte sich Xander eine Seite zuvor. Auch war Buffy dem Anderen ja nie so ganz abgeneigt, in ihrem Sexleben. Und sowieso, ich sehe für Buffy&Satsu keine Honeymoon Zukunft. Da geht es schon um andere Dinge.
Wirklich grandios ist die Bekanntmachung der Buffy/Satsu Affäre. Die folgt nämlich auf der Stelle, in Anlehnung an die großen Komödien-Klassiker, die prinzipiell auf der Überhöhung simpler Alpträume, und dem Blick der Zuseher daran, aufbauen. Ein Scooby nach dem anderen sucht Buffys Räumlichkeiten auf und darf durchs persönliche Bild machen, die Peinlichkeitsgrenze ins Unendliche erhöhen. Willow reagiert im übrigen doch ein wenig eifersüchtig auf Buffys Erkundigung der lesbischen Liebe.
Der Grund, dass alle und jeder sich auf Buffys Zimmer begibt, lässt sich an eine Horde japanischer Goth-Vamps festmachen. Die, versehen mit einer Reihe Zaubertricks, haben es nämlich auf die Scythe abgesehen. Der Grund für das Empowering einer ganzen Generation an Slayern, und das soll rückgängig gemacht werden (nicht auch ein Wunsch vieler Fans?).



Aber eigentlich ist diese Arc eine Xander Arc. Yeah, the Xan-Man. Unsere Verbindung ins Buffy-Universum, derjenige, der doch oft außen vor steht, und auf gar keine Fall ein Watcher sein möchte. Hier wird Xander endgültig in die Tiefen jener Tragik geführt, vor der er sich doch immer mithilfe seiner unpassenden Schmähs entziehen zu versucht. Die ganze Tragik, mit der Xander Dracula begrüßt, sie bricht Herzen. Er, der nicht mehr der butt-monkey sein wollte, versteckte sich wohl in einem sicheren Hafen, in dem er bei Dracula Zuflucht gesucht hatte (vgl. die Tales Of The Vampires Story von Drew Goddard, die man somit wohl als Kanon bezeichnen darf). Buffy Vs. Dracula, was war das nicht für eine grandiose Folge!

Hier wird Dracula zwar ein wenig auf den traurigen, alten Mann reduziert (plus natürlich comic relief), aber von einer großen Macht, die er wohl besessen haben mag, auch wenn es nur gypsy tricks sind (wie Spike sagen würde), ist wenig zu merken. Egal, es geht ja um Xander. Und für den war die erste Dracula Begegnung damals Auslöser für die Klarmachung seines Standpunktes: I’m done with being the butt-monkey! Und jetzt? Begibt er sich wieder dorthin. Denn es ist doch so viel einfacher, als sich der der harschen Realität zu stellen. Oh, poor Xander! Ich sehe einen dunklen, weiten Weg vor ihm.
Natürlich dient der Dracula Besuch in erster Linie den Slayern im Kampf gegen die Goth-Vamps. Die haben nämlich nicht nur von Buffy gestohlen, auch von Dracula, desen Zaubertricks nämlich.



Was heißt es eigentlich, dass Xander Reene mit nimmt zu Dracula? Renee:(nicht auch untergebener?) Slayer und Objekt der zarten Begierde. Nunja, wohl doch das Zeichen eines gewachsenen Xanders, der offen und ehrlich in eine neue Beziehung eintritt. Schau wie schwach ich bin, um seine Unsicherheiten auszuspielen. Braver Mann!

Enden tut der zweite Teil auf eine höchst brutal-makabere Art. Aiko, ein von Buffy mit Beobachtungsauftrag versehener Slayer (und sagt sie nicht, wenn sie diesen einfachen Auftrag nicht erfüllen kann, dann soll Buffy ihr gleich die Slayer-Mitgliedskarte entziehen?), wird die Rolle des Versuchskaninchen für den Depowering-Prozess der Goth-Vamps zuteil. Wie sagt Toru (Ober-Vamp) vor dem kill: „I Was Hoping You Could Tell Me What It Feels Like To Be A Normal Girl Again. Must Be Terrifying.”. Ja. Ist es.


Im Übrigen Slayer Nummer drei, der in Season Eight den Löffel abgibt. They don’t last as long (as Buffy).


Preview für Buffy Season Eight # 12 - Wolves At The Gate Part 1

Mittwoch, 10. Dezember 2008

A Beautiful Sunset

Heft Nummer elf also, von Buffy Season Eight. Wieder ein Stand Alone, wieder von Joss Whedon selbst geschrieben. Los geht es mit dem beliebten (kurzen) Rückblick, das Zauberwort der Ausgabe heißt „Connection“. Die scheint unter der neuen Slayer Armee gegeben zu sein, nur Buffy steht außerhalb, keine Party für den General. Stattdessen Sorgen und Ängste, die sich bei einem kleinen Ausflug mit Satsu (yip, unser asiatischer Slayer mit ein bisserl mehr als einen Crush auf Buffy) prächtig manifestieren und unseren Big Bad Twilight einladen, sich rechtzeitig zum Sonnenaufgang (!) kräftig vorzustellen. Und dieser Auftritt ist wow.



Gut, das altbekannte Spiel mit mächtig-wie-nie-ein-Gegner-zuvor (Twilight scheint unverwundbar, und fliegen kann er auch noch), könnte uns natürlich langweilen, aber davor schützt uns Twilight mit freundlichen Sprüchen: „The Chosen One. Always in pain and always complaining”. Und, bevor er Buffy mit der Spitze eines Kirchturms angreift, den Buffy mit einem schönen “Go ahead. Church me” begrüßt, erklärt er uns, warum überhaupt diese ganze Gewalt. Er wollte nämlich nur reden, aber da sah er Buffy, wieder mal am Weinen und Lamentieren („there’s something wrong, wrong with me“, Season Six anyone?), und nunja, „I just hate to see you cry“.





Diese Szenen sind mächtig, und treffen wohl auch einen Kritikpunkt, den ich mir einbilde, bei manchen Fans der ersten Staffeln herauszuhören. Eben das Lamentieren und Jammern. Aber das macht Buffy nun mal auch aus, dass sie ein klein wenig in ihre Misery verliebt ist; ein Teil ihre Stärke.





Jedenfalls scheint auch Twilight dieser Meinung zu sein, und er weiß auch, dass es (zumindest für seine Pläne, the death of magic?) unnütz ist, Buffy einfach umzubringen. Es geht um mehr. Er streut den Selbstzweifel in ihr, impliziert, dass die geteilte Macht nur ein fehlgeschlagener, selbstsüchtige Versuch einer einsamen Slayerin war (erinnert euch an Spike in The Yoko Factor).
Und so bleibt Buffy am Ende zurück, sie wird heilen, nur der Zweifel, der wird wachsen.

PREVIEW

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Fool For Love

Die Dinge ändern sich, und so kommt die allerliebste Hommage ab sofort monothematisch daher (wenn ich das richtig verstanden habe). Erregung in geballter Form also. Und Ausgabe Neun hat sich gleich einmal Buffy angenommen.




Richtig, Buffy. Beste Serie aller Zeiten. Ein ganzes Heft voll mit Texten über Buffy, Willow, den Cheese Man, zwei/drei Sätze, die haus- und herzzereißendste Sexszene der Fernsehgeschichte, Normal Again und Season Eight. Im speziellen über 8x10 Anywhere But Here. Und weil Marko Markovic einfach ALLES sagt, was es dazu zu sagen gibt, wird dieses Heft hier mal nicht angehandelt. Kauft euch die Hommage und lest selber, wie das alles so abläuft, mit dem Leben. „So back she came, and misery and violence and… Warren fucking Mears, who tried to shoot her dead and hit my love instead“, findet sich nicht umsonst in meinem SMS Speicher wieder. Nur so viel, dieses Spiel mit Zukunft/Vergangenheit, sollte jedem Depp einen gehörigen Respekt vor dem Medium Comic abnötigen.





Zu kaufen, wenn nicht schon ausverkauft, auch beim großen „Songs Joss Whedon Thaught Us“ Abend am 20. November im fluc. Und um zu zeigen wie weit ich vom Establishment weg bin: meine Nummer 1 hat es nicht in die ultimative Top 10 Liste der besten Buffy Episoden geschafft. Trotzdem schöne Liste.

Mittwoch, 27. August 2008

No Future For You

Das Cover macht schon mal eine schöne Aussage, Buffy und Faith als Januskopf vereint. Unsere zwei Slayer, irgendwie Gegner und doch verbunden. Wenn schon nicht durch gemeinsame Ziele, dann bitte schön dadurch, dass die eine das Leben der Anderen dann doch (klammheimlich) gerne hätte. Interessant, dass Buffy in die Vergangenheit schaut, während Faith der Ausblick in die Zukunft gegönnt wird. Was sagt uns google sonst noch? Janus steht für den Beginn, etwas Neues. Und auch in Sunnydale hatte Janus schon mal für Unruhe gesorgt. Halloween, erster Auftritt von Ethan Rayne, und der hat ja in der Arc davor scheinbar den Löffel abgegeben. Aber gut, man kann wohl auch zuviel in so einem Titelbild für ein Sammelalbum reinlesen.



Egal, willkommen in der Welt der (in dem Fall römischen) Mythologie. Das scheint sich in Season Eight durchzuziehen. Der Odin Witz und Willows komische Fabelwesen-Freunde in der ersten Arc, Giles mit seinem Zwergen-Helferchen, Dawn und ihr Riesentum, welches wohl irgendwie mit einem thricewise (keine Ahnung was das ist, aber hat wohl auch irgendwas mit der nordischen Mythologie zu schaffen) in Verbindung steht. Aber es will mir nicht gelingen, dies alles mit Twilight in Verbindung zu setzen. Unser Big Bad wirkt doch, trotz all seiner scheinbar übernatürlichen Fähigkeiten und den verbundenen Ritualen, ein recht modernes Kerlchen zu sein. Findet auch das Militär, auch wenn die keine rechte Freude mit dem Ritual-Blödsinn haben.



Jedenfalls, No Future For You, da geht es um Faith. Und sie hat jetzt quasi das Leben von Buffy. Sie ist die Slayerin am Hellmouth. Nur dass ihr Hellmouth in motherfuckin’ Cleveland liegt. Und allein ist sie immer noch. Das Leben sowieso ein einziger Hass. Auftritt Giles, der ihr einen Mord-Auftrag zuschanzt. Töte mir einen abtrünnigen Slayer, und du darfst dich zur Ruhe setzen.
Das ist der Ausgangspunkt für wirklich großartiges Storytelling, inklusive allem, was an Buffy schön und toll und gut ist. Die Popkultur (Yellow Submarine, Amy Winehouse, Emma Peel & Mr. Steed), das Drama, die Charaktere die die Handlung tragen, der Witz, undsoweiterundsofort.
Ganz super auch das Spiel mit den Rückblenden, die eine prominente Rolle einnehmen. Auch wenn es Leute gibt, die den Faith-Charakter als den besten der Serie bezeichneten, ich fand ihn immer ein bisschen einfach gestrickt. Aber wie hier dann ihre Geschichte noch einmal aufgerollt wird, wow. Der Hass auf die Verhältnisse, der in (Auto)Aggression umschlägt. Das Denken in engen Windungen. Die Stimmen im Kopf. So nahe hat mir noch niemand Faith gebracht.



Geschrieben wurde diese Arc von Brian K. Vaughan, wohl ein durchaus guter Name in der Comic Szene, und was soll man sagen, er macht seine Arbeit wirklich großartig.

Zu Ende geht der Sammelband mit der Stand-Alone Geschichte Anywhere But Here. Und hier darf Buffy dann auch mal in die Zukunft blicken. Gemeinsam mit Willow besucht man einen Zeitwandelnden Dämon, bewacht von einer Keeperin (Januskopf! hat auch was mit doorkeeping zu tun), man erhofft sich Antworten. Was rauskommt ist Misstrauen und Brüche, denn nichts ist eitle Wolle. Das Geld für die Slayer-Operationen stammt aus einem Überfall und Willow, nunja, Willow hat wohl auch ihre interessanten Spielchen getrieben in dem verlorenem Jahr seit dem Ende von Sunnydale. The Future is looking colourful, it’s the colour of blood, chaos and corruption. Verrat liegt in der Luft. Marko meint der rote Schmuck, den Dawn ein paar Seiten davor trägt, der stehe doch bitte in Verbindung zu diesem komischen Ei, welches uns in der Zukunft gezeigt wird, während sich die betrogene Buffy am Boden windet. Ach, ach. Das Spiel mit der Vergangenheit und der Zukunft ist ein tolles. Denn die Leerstellen auszufüllen versuchen, ist und bleibt das schönste Spiel. Bleibt noch die Frage ob Twilight sein Spiel wirklich the Death of Magic beinhaltet.


Kurze Preview hier.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Pitchfork Is A Bitch

Da haben die doch tatsächlich ihre Record Reviews Section verhunzt. Ist jetzt auf die letzten sechs Tage runtergekürzt, kein sinnfreies Durchblättern der letzten Tage mehr möglich. Und die Suchfunktion funkt auch nicht wirklich. Das alles zur Urlaubszeit, wo wir doch so gerne die gesammelte Krone der letzten drei Wochen durchlesen, wenn wir aus Lignano zurückkommen.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Bad Day. Started Bad, Stayed That Way.

Der Season Eight Wahnsinn brachte es mit sich, dass ich mich mal mit dem restlichen Comic-Oeuvre Joss Whedons beschäftigt habe. An erster Stelle steht hier natürlich Fray. Vampire Slayer.
Erstens ist das wohl sein erster echter Versuch ein Comic zu schreiben, zweitens spielt die ganze Sache im Buffyverse und drittens (Zauberwort) Kanon (die Scythe taucht zum allerersten Male auf).





Vereinfacht gesagt, der Grundgedanke „pretty girls & monsters“ wird um die Komponente „flying cars“ erweitert. Also ab in die Zukunft, nicht das es eine besonders außergewöhnliche Zukunft wäre, eigentlich die Erwartete. Alles wird größer, die Reichen reicher und die Armen ärmer, die fliegenden Autos nicht zu vergessen. Nur im Buffyverse hat sich doch einiges geändert, no more Magiks and Monsters, das schließt auch die Slayer-Linie mitein. Und das seit 200 Jahren (soweit beträgt unser Sprung in die Zukunft). Klar dass sich dies mit Fray ändern muss, und so erleben wir das erneute Auftauchen von Vampiren, die von der Gesellschaft nur als Lurks erkannt werden, „blod crazy junkies“, eine sozial ausgestoßene, kranke Gruppierung (bzw. Reavers, anyone?). Aber wie sollen die Typen auch auffallen, bei all den, dank Sonnenstrahlung, Mutanten die in der Zukunft umherlaufen. Unerkannt oder nicht, bringen die Lurks mit sich, dass wieder ein Slayer erwählt wird, Auftritt Melaka Fray. Nach Joss Lieblings Heroin Kitty Pride und Natalie Portman (Léon) gemodelt, ist sie unser neuer liebster troublesome Slayer, Einbruch ihre Spezialität, lebt sie in den unteren Schichten von Haddyn (das ist New York in neu), mit einer problematischen Familiengeschichte (der schwächliche Zwillingsbruder wurde von einem bösen Lurk ausgesaugt und die starke Fray konnte nur blöd zuschauen, dazu die ältere Schwester die ihr die alleinige Schuld zuweist und bei den Cops ihre Brötchen verdient) und vor allem nullkommanüsse Slayerwissen aufweist. Also keine Träume von der langen Tradition der Slayer-Linie, keine Intuition undsofort. Auch kein Watcher, den die sind in der langen Wartezeit alle deppert geworden.
Was nicht heißt, sie wäre alleine, so schickt ihr die Dämonenwelt (the old ones) einen netten Dämon namens Urkonn (mit einer gewissen Ähnlichkeit zu Demon-Giles in A New Man - MarkoWissen), der Fray auf den rechten Pfad bringen soll, sprich sie für relativ undurchsichtige dämonische Pläne einzuspannen gedenkt.





Was bietet uns also Fray? Alles was man sich von Joss Whedon erwarten darf. Das wären zB tolle Charaktere, Melaka Fray und ihr Demon-Watcher Urkonn, the good the bad and the ugly, es sind nur nur plumpe Abklatsche altbekannter Figuren. Fray ist nicht Faith, Icarus nicht der Master und Harth nicht Teil des Trios. Die Charaktere kriegen Tiefe und Geschichte verpasst (sind Rückblenden eigentlich allgemein ein so beliebtes und wirkungsvolles Comic Instrumentarium?). Der allseits beliebte Dialogwitz gepaart mit der Sprache, die klarerweise whedonesquer geworden ist (the future is Joss). Die Erzählung (über acht Comic-Hefte versammelt in einem Band) ebenso klasse, und gut als Einstieg ins Buffyverse vorstellbar, das hätte auch ein Film werden können. Als Übererzählung mal wieder die Einsamkeit vs Verbundenheit/Community Sache, plus Andeutungen einer großen mythischen Erzählung (the old ones und deren Pläne, wir werden, soviel sei verraten, ein wenig im Dunkeln gelassen).





Und als ob das alles nicht genug wäre, verdanken wir Fray auch Season Eight. Zumindest ist Fray ein Grund, da Joss die Diskrepanz zwischen dem (vorläufigen) Ende von Buffy, ein paar tausend Slayer, und der Zukunft, 200 Jahre ohne Slayer, so nicht stehen lassen wollte. Danke.

Freitag, 27. Juni 2008

Dietmar Dath - Phonon




Es ist mir ja nicht möglich über dieses Buch zu reden, ohne in meiner nostalgisch verklärten Autobiographie zu schwelgen. Phonon ist nämlich Spex, Dietmar Dath mein goldenes Zeitalter. Spex, das Magazin das es nicht mehr gibt, war für mich Erfahrung/Erlösung/Erträumtes/Erliebtes (HA), mit Dath fing der ganze Wahnsinn für mich an. Ein Roman ist ein Roman, und doch will ich das Geschriebene für wahre Münze nehmen. Klingt mir das alles doch zu wahrhaftig: die Morde, Uwe Viehmann als Roboter, Michael Kerkmann die gute Seele des Hauses die als erster dran glauben muss, Grabenkämpfe, Ausgangssperren, Endzeitstimmung, hoffnungslose Revolution, Selbstzweifel und über allem die Einsamkeit.
Die durchbricht man durch? Drogen, Geschwisterliebe, Apathie und ältere Lehrer als Geliebte. Spex war schon damals nicht die zuckersüße Utopie meiner Vorstellung, Arbeit eigentlich immer Scheiße und der Mensch besteht aus Ego und Ekel (und Wasser und Scheiße).
Und ja, das ist Stephen King. Kein Wunder, der einzig gute fantastische Autor, den ich gelesen habe. Der Einbruch des Schrecklichen in den banalen Alltag, nein nicht Einbruch, es entspringt aus der Mitte, ist der banale Alltag.
Was ich eigentlich sagen will, auf viel zu viele Arten lesbar, alle natürlich falsch, ergibt ein super Buch.



Phonon hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, kaufen darf man es trotzdem noch, zB hier.

Dienstag, 29. April 2008

I don't understand

"[...] das deutsche Musikfachblatt Spex, das nach seinem letztjährigen Neustart mit neuem Konzept und neuer Redaktion wieder zu jenen Qualitäten zurückgefunden hat, die es einst zum Zentralorgan der deutschsprachigen Popkritik machte."

Wie meint das der Herr Stöger jetzt? Dass die Spex in der guten alten Zeiten ein schnarchlangweiliges (es sei nicht die Themenauswahl bekrittelt, die Texte sind es) Altherrenmagazin war? Dessen einzige Aussage darin bestand zu verkünden, dass dieser ganze Popkulturkomplex eh nur eine kurzweilige Absonderheit darstellt, die man sich hie und da zu Gemüte führt, wenn die Wilden im Zoo mal wieder langweilen?

Oder doch, dass die Zeiten einer Veränderung unterworfen sind, und für Herrn Stöger alles schal und langweilig geworden ist, und sich diese Spex seinem Gemütszustand ideal angepasst hat?


And I don't care

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